Die interaktive Karte des Audiowalkes zu Anton Wilhelm Amo in Jena, Halle, Braunschweig, Wolfenbüttel, Göttingen, Berlin uvm
Das Bündnis „Anton Wilhelm Amo Erbschaft“ hat einen neuen zweisprachigen Audiowalk veröffentlicht, der auf den Spuren Anton Wilhelm Amos durch unterschiedliche Orte und Zeiten führt. Die interaktive Karte verbindet Stationen seines Lebens und Wirkens mit Orten seiner wissenschaftlichen Rezeption und heutiger dekolonialer Erinnerungsarbeit.
Unterschiedliche Stimmen und Initiativen zeigen dabei, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit Amos Leben, seinem wissenschaftlichen Werk und seinem Erbe heute ist. Göttingen Postkolonial freut sich Teil des Audiowalks zu sein.
Die Göttinger Station führt an die Universität Göttingen. Amo selbst hat hier weder studiert noch gelehrt. Trotzdem finden sich bemerkenswerte Spuren seiner wissenschaftlichen Rezeption: über den Philosophen Samuel Christian Hollmann, der Amo aus seiner Zeit in Wittenberg kannte und 1734 die erste Vorlesung der neu entstehenden Göttinger Universität hielt, und später über den Göttinger Naturforscher Johann Friedrich Blumenbach, der sich bei seiner Formulierung von Thesen über Schwarze Menschen ausdrücklich auf Amos wissenschaftliche Leistungen bezog.
Die Station fragt nach den Widersprüchen dieser Rezeption: Wurde Amo als eigenständiger Denker wahrgenommen – oder wurde seine Arbeit zum Material, mit dem weiße europäische Wissenschaftler über Schwarze Menschen sprachen?
Mit diesen Fragen haben wir uns auch schon 2024 bei einer Umbenennungsaktion auf dem Göttinger Wilhelmsplatz beschäftigt. Unser damaliger Flyer stellte die Fragen „An wen wird erinnert?“ und „An wen wird nicht erinnert?“ ins Zentrum und thematisierte dabei auch die Verbindung zwischen Amo, Blumenbach und Göttinger Wissenschaft. Zur Erinnerung an die Verhüllung des Wilhelm-Denkmals und des Gegenvorschlages, findet ihr diesen Flyer auf dieser Seite.
Der neue Audiowalk führt diese Auseinandersetzung weiter und verbindet sie mit vielen weiteren Orten, Geschichten und Perspektiven. Hört rein – in unsere Göttinger Station und in den gesamten Audiowalk!
Zum Audiowalk und zur Göttinger Station
Auch die taz hat den Audiowalk bereits vorgestellt: „Dekoloniales Flanieren“.
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